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MUSIC FROM UTOPIA - RELOADED

MUSIC FROM UTOPIA - RELOADED
Interpret: VARIOUS
Titel: MUSIC FROM UTOPIA - RELOADED
Artikelnr: 971485
Format: CD
Genre: Elektronische Musik
Label: Erdenklang

Preis: EUR 9,- inkl. gesetzl. MwSt.
For all foreign orders: Declared value is net!
TRACKLISTE
1) 
1ST WALK (BLUE CHIP ORCHESTRA) 0:16
2) 
ERDENLEICHT (BOGNERMEYER / ZUSCHRADER) 2:29
3) 
ZEIT (FOR STEPHAN) (SCHMOELLING,JOHANNES) 6:33
4) 
2ND WALK (BLUE CHIP ORCHESTRA) 0:16
5) 
DETOUR (THUROW,MATTHIAS) 5:34
6) 
DAS EINSAME TELEFON (PRUENSTER,KLAUS) 0:40
7) 
FREAK IN THE DESERT (BESSLER,GERD) 5:01
8) 
MOLA BEAT (CENTRAL EUROPE PERFORMANCE) 2:10
9) 
IT IS (LEONHARDSBERGER,HEINZ) 3:52
10) 
LIEBLINGSGERICHT (PRUENSTER,KLAUS) 0:23
11) 
LE REGISSEUR DU CHATEAU (PERON,CARLOS) 5:09
12) 
KOYANIS (LAKOMY,REINHARD) 5:32
13) 
SKAN - THE SKY (BLUE CHIP ORCHESTRA) 3:54
14) 
VIELEN DANK IM VORAUS (PRUENSTER,KLAUS) 0:21
15) 
TOUR (SCHULTZE,KRISTIAN) 4:58
16) 
AFTER THE SOUND (CHEKALIN,MIKHAIL) 1:39
17) 
TEN WOUNDS PART II (NEUROMANTIC TRANCE) 4:37
18) 
THE HAPPIEST OF YOU (JAKINO'S 7TH WORLD) 4:37
19) 
GLISSANDRO CAPRICE (SALA,OSKAR) 4:29
20) 
NACHTMUSIK (LIGHTWAVE) 7:09
21) 
BOLERO DU NOUVEL AGE (BLUE CHIP ORCHESTRA) 6:00
22) 
EXIT - LAST WALK (BLUE CHIP ORCHESTRA) 0:52
Total time 76:42

Music From Utopia


Wenn die Geschichte der Musik im allgemeinen immer auch eine Suche nach neuen Klangbildern und Ausdrucksformen ist, so ist es die der elektronischen Musik im besonderen. Das populäre Segment dieser Gattung wurde im wesentlichen ab 1954 von Robert Moogs gleichnamigen "Moog Synthesizer" bestimmt. Während in der sog. E-Musik z.B. Karl Heinz Stockhausen im "Studio für elektronische Musik" des WDR in Köln zu gleichen Zeit mittels der Erkenntnisse über die "additive Synthese" eine Summe von Sinuswellen mit dutzenden Sinusgeneratoren, Hüllkurvengeneratoren und Oszillatoren möglichst obertonfrei zum Schwingen brachte, konzentrierte sich Moog auf die "subtraktive Synthese", also einer Umkehrung der "additiven Synthese", die nunmehr Wellenformen mit möglichst hohen Obertongehalt abgreift und mittels Filtermodulen jene Obertöne entfernt, also quasi subtrahiert, die man für einen gewünschten Klang nicht benötigt.

Maschinen-Virtuosen
Von nun an bestimmen Sägezahn-, Dreieck- und Rechteckwellen, Spannungssteuerung und Weisses Rauschen (White Noise) das Denken der Musiker mehr als das handwerkliche Beherrschen eines Instruments. "Sequencer", die einprogrammierte lineare Tonfolgen in Form von Steuerspannungen an die Synthesizer weitergeben, fördern diese Tendenz und machen hernach virtuoses, händisches Spielen auf der Bühne unnötig.

Diese Technologie führte zu einer sehr erfolgreichen Entwicklung in der populären elektronischen, der sog. Synthesizer Musik, die mit Walter Carlos (heute Wendy Carlos) und seinem "Switched On Bach" seinen Anfang nahm und mit den grossen Namen der sog. "Berliner Schule" wie z.B. Tangerine Dream, Klaus Schule oder gar Kraftwerk u.v.m. bis in die 80ger Jahre andauerte.

Computerakustische Musik
Die grosse technologische und damit auch klangliche, strukturelle sowie kompositorische Wende brachte die von Hubert Bognermayr, dem ORF und von mir initiierte ARS ELEKCTRONICA 1979 im österreichischen Linz. Dieses weltweit grösste Festival für elektronische Musik und anderen Kunstformen präsentierte dort den Fairlight CMI (Music Computer Instrument) des Australiers Peter Vogel und 1980 das Synclavier. Diese Rechner sind in der Lage, akustische Klänge unserer Umwelt wie die von Glas, Holz Metall oder von akustischen Instrumenten in ihre Speicher aufzuehmen (zu samplen) und sie mittels einer Tastatur in den gewünschten Tonhöhen wie ein Instrument zu spielen. Aber damit nicht genug: man muss nicht mehr selber spielen, sondern ein Notenleseprogramm liest die vorher eingegebene Partitur und spielt sie dann mit einem Knopfdruck exakt ab.


BRAINMUSIC
Diese hier vereinfacht beschriebene Technologie hat die Musikgeschichte bis in die heutige Zeit hinein revolutioniert. 1979 begann "Music From Utopia". Für mich ist der nächste Schritt nur noch der, indem wir mittels unserer Gehirnwellen die uns vorschwebende Komposition in den von uns gewünschten Instrumentierungen, Klangfarben, Harmonien und Rhythmen in einen Rechner einlesen und dann hörbar machen können. Solche erfolgsversprechenden Versuche gibt es u.a. bereits in Tübingen: An der Eberhard-Karls-Universität entwickelte Dr. Thilo Hinterberger das Gehin-Computer Interface "Thought Translation Device", welches die technische Grundlage für "Braindance" bildet: Die Gehirnwellen einer Tänzerin werden abgegriffen, durch den EEG Verstärker geleitet und über Funk an den Computer gesendet. Dort findet die Sonifizierung statt, d.h., Gehirnwellen werden Töne zugewiesen. Die so erzeugte "Musik" wird über Lautsprecher ausgegeben und erreicht wieder das Gehin der Tänzerin, die wiederum darauf reagiert.

Jedoch, "ein Computer ist nur ein nützlicher Idiot" (Heinz J. Herbort). Entscheidend wird immer nur sein, welche Emotionen, wieviel Seele der Künstler über das Medium Computer zu vermitteln vermag. Gute Musik kommt aus dem Bauch; weder aus dem Kopf, noch aus der Maschine.

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Music From Utopia - reloaded


In Anlehnung an das 1985 auf dem Erdenklang Label veröffentlichte sehr erfolgreiche Doppelalbum MUSIC FROM UTOPIA bringt das Erdenklang Label jetzt eine "reloaded" Version mit einigen der markantesten Titel der elektronischen Musik des Labels heraus.

ELEKTRONISCHES FÖRSTERHAUS
Sound-Sampletechnik und Noten-Programmiersprachen beherrschen noch heute die elektronische Musik (von der Popmusik ganz zu schweigen), wenngleich sich ihre Stilistik von 1979 bis heute geändert hat. Djs mit Techno, House, d b, Electronica und Lounge gehen heute ganz anders mit den Maschinen um als die Künstler des Erdenklang Labels in den 80ger und 90ger Jahren. Doch die Wiege all dieser Techniken stand bereits 1979 nach der ersten ARS ELECTRONICA in Form des "Fairlight Musikcomputers" in Linz bei HUBERT BOGNERMAYR in seinem "elektronischen Försterhaus". Und die Veröffentlichung seiner "Computerakustischen Klangsinfonie ERDENKLANG" auf dem dann gleichnamigen Label im Janur 1982 -weltweit die erste LP-Einspielung mit dieser Technologie- ließ die prominente WENDY CARLOS begeistert aus USA schreiben: "Die elektronische Musik, unser Ausdrucksmedium, hat Reife erlangt. Vielleicht dürfen wir sogar behaupten, daß die Sinfonie als solche mit dieser Arbeit Reife erlangt hat".

ELEKTRONISCHE ZEITLÄUFE
Aber Erdenklang kann geschichtlich noch weiter zurückgreifen: Der Katalog bietet die drei wichtigsten CDs von und mit OSKAR SALA an, der mit seinem Trautonium bereits 1930 elektronische Musikgeschichte schrieb. Mehr über diese spannende und geschichtlich aufschlussreiche Entwicklung eines einmaligen Instruments und seiner Spielers sowie Miterfinders erfahren Sie in dem ausführlichen Textheft seiner CD "Subharmonische Mixturen".

(Ulli Rützel, 2005)


Quellen:
Dr. Thilo Hinterberger/www.interactivebrain.de/braindance.htm
Archiv Ars Electronica
Jan Reetze, "Musik Computer-Computer Musik" - Gegenwart und Zukunft eines neuen Mediums; J.B. Metzlersche Verlagsbuchandlung Stuttgart


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