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Interpret: SALA, OSKAR Titel: SUBHARMONISCHE MIXTUREN Artikelnr: 70962 Format: CD Genre: Elektronische Musik Label: Erdenklang Preis: EUR 12,50 inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten For all foreign orders: Declared value is net! |
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Oskar Sala ist tot
Anfang der 30er Jahre hat Sala die Beherrschung und Weiterentwicklung seines Mixturtrautoniums zu seiner Aufgabe gemacht. Es ist ein weiter Weg vom jungen Pianisten, der zusehen muß, wie sein Lehrer Paul Hindemith von den Nazis verfemt und vertrieben wird, bis zum gefeierten Filmkomponisten für Alfred Hitchcock´s "Die Vögel".
Im 3. Reich lötet der musikalisch und zugleich handwerklich virtuose Sala im Souterrain der Musikhochschule die Nächte durch und verbessert das Trautonium, die Erfindung seines Professors Trautwein. Sala spielt es im Radio und unter Karl Böhm und Richard Strauss. 10 Jahre investiert er in die Beherrschung des Instrumentes. Als erstes elektronisches Instrument in Serienfertigung versucht Telefunken ein "Volkstrautonium"auf den Markt zu bringen, aber die Rüstungsproduktion kommt dazwischen. 1944 erreicht Sala die Einberufung an die Ostfront. Das Ende des Krieges erlebt er ziemlich schwer verletzt.
Anfang der 50er Jahre hat Sala sein Instrument zum Mixturtrautonium weiterentwickelt. Ohne Tastatur, sondern auf zwei elektronischen Saitenmanualen gespielt, kennt das Mixturtrautonium keine Beschränkung auf die 12 Halbtöne der Oktave, auf die temperierte Stimmung, wie sie für alle Tasteninstrumente notwendig ist. Hier ist alles kontinuierlich variabel: Tonhöhen, Klangfarben, Lautstärke, und das mit höchster Empfindlichkeit und Leichtigkeit.
Sala beginnt eine zweite Karriere als Filmkomponist und gewinnt schnell Preise und Anerkennung. Der Durchbruch kommt mit dem nervenzermürbenden elektronischen Vogelgezwitscher für Hitchcocks Thriller "Die Vögel".
Oskar Sala, Erfinder und Pionier von Weltrang, Inhaber mehrerer Patente, Träger des Bundesverdienstkreuzes und ausgezeichnet mit dem Filmband in Gold ist einer der wichtigsten Vertreter der elektronischen Musik und ihr wichtigster Zeitzeuge.
Die neue CD "Subharmonische Mixturen" umspannt ein ganzes Musikerleben. Sie ist gespickt mit musikelektronischen Überraschungen. Es beginnt gleich mit Paul Hindemith´s Komposition "Langsames Stück und Rondo, für Sala geschrieben", das erste Stück für Trautonium Solo von 1935!
Ganz speziell für sein neues mikroelektronisches Mixturtrautonium der drei Postprofessoren sind seine "6 Capricen für Mixturtrautonium Solo" komponiert, höchst virtuose elektronische Klanggebilde mit durchaus schwierigen Interpretationsaufgaben.
Dann gibt es noch ein Stück, das der Komponist selbst als "wüst" bezeichnet, sowie den Soundtrack zum Edgar Wallace - Film "Der Würger von Schloß Blackmoor" von 1963.
Presse:
"Daß auch der Tonsetzer Sala immer noch sprudelt, hat er auf seiner juengsten CD dokumentiert. Da führt er einen frisch komponierten Kanon über drei Oktaven vor und spielt brandneue Variationen mit Frequenzumsetzungen. Doch keine Bange: Die Musik klingt viel süffiger und faszinierender, als ihre technokratisch chiffrierten Titel vermuten lassen - hier zaubert ein phantasievoller Sonderling." - Der Spiegel
"Alfred Hitchcock beauftragte ihn 1962 mit dem Soundtrack für den Thriller "Die Vögel", denn keine natuerliche Vogelstimme klang so entsetzlich wie das elektronische Surogat." - Die Welt
"Hindemiths "Langsames Stueck und Rondo fuer Trautonium" klingt wie ein verführerischer Sirenengesang; Unterwassersounds vermählen sich mit luftigen Schwebungen." - FAZ-Magazin